Wie erkenne ich gefährliche Chats? Wann sollte ich misstrauisch werden? Und wo finde ich Hilfe, wenn mir online etwas seltsam vorkommt? Mit diesen und vielen weiteren Fragen setzten sich die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 im Rahmen eines Projekttages zum Thema „Cybergrooming“ intensiv auseinander.
Cybergrooming beschreibt die gezielte Kontaktaufnahme von Täterinnen und Tätern zu Kindern und Jugendlichen über das Internet, um ihr Vertrauen zu gewinnen und sie zu manipulieren. Oft geben sich die Täter als Gleichaltrige aus und bauen über längere Zeit eine Beziehung auf. Umso wichtiger ist es, frühzeitig für diese Gefahren zu sensibilisieren und Handlungssicherheit zu vermitteln.
Nach einer gemeinsamen Einführung erhielten die Schülerinnen und Schüler fundierte Einblicke in Täterstrategien, aktuelle Entwicklungen sowie rechtliche Aspekte. Dabei wurde deutlich, dass es sich bei Cybergrooming um eine ernstzunehmende Straftat handelt und digitale sexualisierte Gewalt vielfältige Formen annehmen kann. Auch die Rolle von Künstlicher Intelligenz, etwa bei der Erstellung täuschend echter Fake-Profile, wurde thematisiert.
Im Anschluss arbeiteten die Klassen in interaktiven Workshops. Anhand realitätsnaher Chatverläufe lernten die Jugendlichen, Warnsignale zu erkennen, manipulative Strategien zu durchschauen und angemessen zu reagieren. Zentrale Inhalte waren dabei unter anderem die NO-GO-TELL-Regel sowie konkrete Hilfs- und Unterstützungsangebote.
Eine besonders wichtige Rolle bei der Gestaltung des Projekttages spielten die Medienscouts unserer Schule. Die engagierten Schülerinnen und Schüler aus höheren Jahrgangsstufen organisierten und begleiteten große Teile des Tages und brachten ihre eigenen Ideen in die Planung ein. Der bewusst gewählte Peer-to-Peer-Ansatz ermöglichte es, die Inhalte auf Augenhöhe zu vermitteln und einen besonders offenen Austausch zu fördern. Erfahrungen zeigen, dass Themen wie diese von Gleichaltrigen oft noch einmal anders wahrgenommen und verstanden werden.
Der Projekttag hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig Medienkompetenz und gegenseitige Unterstützung im Schulalltag sind. Durch das Engagement der Medienscouts und die aktive Mitarbeit der Schülerinnen und Schüler konnte ein nachhaltiger Beitrag zur Stärkung der digitalen Selbstschutzkompetenz geleistet werden.