Aktuelle Stellungnahme: Schulentwicklung braucht Verlässlichkeit – keine neue Warteschleife
In der Sitzung des Haupt-, Finanz- und Digitalausschusses, die am Dienstag um 9:00 Uhr tagt, soll ein Antrag beraten werden, der vorsieht, den seit 2021 laufenden Schulentwicklungsprozess erneut grundlegend zu beraten und bindende Entscheidungen vorerst auszusetzen. Mit großer Sorge blicken wir als gesamte Schulgemeinschaft des Albertus-Magnus-Gymnasiums – Schulleitung, Lehrerrat, Schülervertretung und Schulpflegschaft – auf dieses Vorhaben.
Seit Juni 2021 wird dieser Prozess fachlich begleitet, politisch getragen und durch klare Beschlüsse gestützt. Wir alle – Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler – haben Zeit, Expertise und Vertrauen investiert. Wenn nun zentrale Weichenstellungen nach vier Jahren intensiver Arbeit wieder in eine offene Prüfung überführt werden, entzieht das unserer pädagogischen Arbeit die notwendige Grundlage: Planungssicherheit. Die Zeit drängt – für uns ist das keine abstrakte Debatte.
Mit der Rückkehr zu G9 wächst unsere Schule bereits ab dem kommenden Schuljahr um eine zusätzliche Jahrgangsstufe. Das ist keine ferne Prognose, sondern ab dem Sommer gelebte Realität. Der Raumbedarf steigt unmittelbar. Jede weitere Verzögerung bei baulichen Maßnahmen verschärft die Situation vor Ort spürbar.
Es geht um Lernbedingungen, um Differenzierungsangebote und schlichtweg um den Platz, den unsere Kinder zum Lernen brauchen. Besonders deutlich zeigt sich der Druck bereits heute in unserer Mensa: Sie ist jetzt schon an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen und muss den Betrieb in zwei Schichten organisieren, um den aktuellen Bedarf überhaupt abdecken zu können. Das ist kein Zustand, der sich noch steigern lässt – und genau das wird in den kommenden Jahren auf uns zukommen.
Laut aktueller Prognosen werden die Schülerzahlen an unserem Gymnasium in den nächsten Jahren insgesamt deutlich ansteigen – durch G9, aber auch darüber hinaus. Diese wachsende Belastung ist unter den bestehenden Bedingungen schlicht nicht mehr zu stemmen.
Pädagogik vor Provisorien
Der Hinweis auf „Interimslösungen“ mag haushaltspolitisch vorsichtig klingen. Für uns als Betroffene bedeuten Provisorien jedoch häufig jahrelange Einschränkungen – Unterricht in Containern, eingeschränkte Fachräume, reduzierte Entwicklungsmöglichkeiten. Wer jetzt auf die Bremse tritt, muss auch die Verantwortung für die daraus entstehenden Belastungen in unserer Schule übernehmen.
Schulentwicklung ist eine Zukunftsentscheidung für die Stadt Beckum. Sie darf nicht zur Verschiebebahn politischer oder finanzieller Erwägungen werden.
Unsere Schülerinnen und Schüler können nicht warten, bis politische Prozesse erneut bei null beginnen. Wir erwarten daher von den Verantwortlichen:
Das Albertus-Magnus-Gymnasium arbeitet seit vielen Jahren als Ganztagsschule. Wir erwarten kein repräsentatives Vorzeigeprojekt und keinen Luxus – wohl aber ein Schulgebäude, das funktional und in Ordnung ist: mit Räumen, die dem Alltag einer Ganztagsschule tatsächlich gerecht werden.
Wir stehen bereit, den eingeschlagenen Weg entschlossen weiterzugehen. Unsere Kinder wachsen jeden Tag – die politische Entscheidungskraft sollte hier Schritt halten.
Unterzeichnet von:
Schulleitung | Lehrerrat | Schülervertretung (SV) | Schulpflegschaft des Albertus-Magnus-Gymnasiums
Unsere gemeinsame Vision für das Albertus-Magnus-Gymnasium ist ein „Haus des Lernens“. Nach dieser Vorstellung – die sich auch in unserem Logo abbildet – soll unsere Schule ein Ort sein, an dem alle willkommen sind, wo Zeit zum Wachsen gegeben wird und gegenseitige Rücksichtnahme und Respekt voreinander gepflegt werden, wo intensiv gearbeitet wird und wo Angebote und Herausforderungen die Freude am eigenen Lernen wachsen lassen.